Ersteller:
Artur Kronich

Erstellt:
07. Apr 2018

Aktualisiert:
29. Mai 2018

Als Besitzer einer Immobilie erhält man heutzutage einen gewissen Status. Durch die Niedrigzinsphase wird oft behauptet, dass ein Eigenheim die beste Altersvorsorge ist. Doch mittlerweile stellt sich immer öfter heraus, dass die vermeintliche Sicherheit oft ein finanzielles Debakel ist.

Hohe Kosten für das Eigenheim

Durch den Mangel an Wohnungen in den beliebtesten Städten Deutschlands zahlt so manch Wohnungssuchender sogar eine hohe Belohnung. Solche Szenarien auf Portalen wie Ebay-Kleinanzeigen sind schon lange keine Einzelfälle mehr. So will beispielsweise eine Familie aus München 7.500 Euro zahlen, wenn ihr jemand zu einem kleinen Haus oder einer Eigentumswohnung verhilft. Das alles spiegelt sich ebenfalls in Statistiken wieder, die Immobiliennachfrage ist nämlich so hoch wie noch nie. Nur 45 Prozent der Deutschen Bürger besitzen ein Eigenheim, dabei wünschen sich weit mehr als die Hälfte eins. Viele von ihnen sind einfach auf der Suche nach finanzieller Absicherung, oft auch fürs Alter, seitdem die niedrigen Zinsen die Lebensversicherungen unattraktiv gemacht haben.

Die Anlagepläne der Deutschen beweisen die hohe Nachfrage an Immobilien ebenfalls. So gaben laut dem Vermögensbarometer des Sparkassen- und Giroverbandes vergangenes Jahr 54 Prozent der Befragten an, dass sich für den Vermögensaufbau eine Immobilie am allerbesten eignet. Im Vergleich: 2007 waren es mit 27 Prozent nur die Hälfte. Die Statistik der Lebensversicherungen geht den Weg in die andere Richtung. So waren diese traditionell das liebste Vorsorgeprodukt der Deutschen, fiel aber im selben Zeitraum von 66 Prozent auf 24 Prozent. Natürlich klingt es nach einem guten Plan, das Haus erst einmal abzubezahlen und dann für das Wohnen praktisch nichts mehr ausgeben zu müssen. Auch mit niedrigen Einkünften würde man dann auskommen. Doch es gibt bei der Umsetzung in die Realität oft Probleme, weil die Rechnung allzu oft eben nicht aufgeht. Dann entpuppt sich das Eigenheim als Kostenfalle.

Was sind die Gründe für die Kostenfalle?

Einer davon ist, dass immer mehr Menschen hohe Kreditsummen annehmen, die sie sich eigentlich gar nicht leisten können. Thomas Hentschel arbeitet bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen als Finanzberater und wird tagtäglich mit solchen Fällen konfrontiert. „Wir erleben in unseren Beratungen, dass viele Menschen in Kredite getrickst werden.“ Oft sei die Hemmschwelle der Banken zum Teil extrem niedrig. In diesen Fällen bekommen Menschen auch ohne Eigenkapital Kredite angeboten, manchmal sogar verschuldete Menschen.

Die Kreditnehmer können dann nur wenig Geld für die Abzahlung des Kredits aufwänden und tilgen somit viel zu wenig, oft nur ein Prozent der Summe pro Jahr. Aber auch Menschen mit genügend Geld machen oft den selben Fehler. Sie denken kurzfristig und wollen sich das Geld einsparen und übersähen so die daraus resultierenden Konsequenzen. Auch die Zinsbindung wird zudem oft nur auf zehn Jahre festgeschrieben, um die monatliche Belastung möglichst gering zu halten. Das senkt natürlich die monatlichen Kosten, hat jedoch auf langfristiger Sicht schwerwiegende Folgen: Durch die kurze Zinsbindung muss nämlich nach zehn Jahren ein Anschlusskredit verhandelt werden – und in zehn Jahren dürften die Zinsen um einiges höher sein als heute. Außerdem wird durch eine zu lange Tilgung das Risiko erhöht: Passiert etwas Unvorhergesehenes, muss die Immobilie im schlimmsten Fall noch während der Tilgung verkauft werden – oft mit einem Verlust.

Aber nicht nur eine niedrige Tilgung bringt ihre Gefahren mit sich, auch eine zu hohe Tilgung kann ein großes Problem werden. Manche Eigenheim Besitzer möchten ihre Immobilie verständlicherweise möglichst schnell abbezahlen und setzen damit die monatlichen Rückzahlungen zu hoch an. Viele machen hier aber den Fehler und unterschätzen ihre sonstigen Ausgaben und unvorhergesehene Kosten wie eine dringend notwendige Auto Reparatur oder eine kaputte Waschmaschine. Kommt dann etwa ein Unfall oder Arbeitslosigkeit mit dazu, gerät das Leben aus der Bahn und der ganze Finanzplan fällt in sich zusammen.

Unterschätze, anstehende Kosten für das Eigenheim

Zusätzlich unterschätzen viele Käufer einer Immobilie die anstehenden Kosten. Geachtet wird oft nur auf das einmalige Investment, nicht jedoch auf die Folgekosten. Doch auch bei einem Eigenheim gibt es viele verschiedene Ausgaben, die auch nach dem Kauf noch anstehen. Grundsteuer, Abfallgebühren oder Wasser, Strom und Heizung müssen weiterhin bezahlt werden. Ein großer Kostenfaktor sind die Ausgaben für die Instandhaltung der Immobilie, welche bei Bestandsimmobilien natürlich noch höher sind und schnell den Wert mehrerer Jahresmieten erreichen können. Beispiele für die Instandhaltung wäre eine neue Außenfassade, ein neues Dach oder auch eine neue Heizung. Man sollte deswegen immer rechtzeitig Rücklagen für Modernisierungen und Instandhaltungen bilden.

In manchen Fällen kann man diese Probleme natürlich durch eine gründliche Planung und Vorbereitung vermeiden. Es gibt allerdings eine klare Leitlinie: Das Eigenheim muss spätestens bis zur Rente abbezahlt sein, dafür sollte die anfängliche Tilgung dann zwei bis drei Prozent betragen. Für eine langfristige Planung macht ein Kredit mit einer möglichst langen Zinsbindung viel Sinn. Dieser ist dann zwar höher, doch der Käufer der Immobilie genießt so noch mehr Sicherheit in der Zukunft. Im Idealfall sollte vor dem Kauf 20 bis 30 Prozent Eigenkapital vorhanden sein, am besten zusätzlich zu den Nebenkosten. Dies ist bei dem Kauf eines Eigenheims sehr sinnvoll. Zudem muss man eine Reserve von mindestens drei Monatsgehältern vorhanden sein, die beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto aufbewahrt wird. Diese sichert vor ungeplanten Ausgaben und Reparaturen ab und sollte jederzeit verfügbar sein.

Eine kostengünstigere und bessere Alternative

Natürlich lässt das alles die Kosten einer Immobilie deutlich höher wirken als man selber oft annimmt. Aber es verhindert, dass eines Tages das böse Erwachen kommt. Eine kostengünstigere Alternative ist der Kauf einer Anlageimmobilie, die man nach dem Kauf direkt weitervermietet. Hier werden viele Kosten auf den Mieter umgedeckt, des Weiteren zahlen sich Tilgung und Zins in vielen Fällen komplett von den monatlichen Mieteinnahmen ab.

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Beste Grüße, Ihr BG-Anlageimmobilien Team

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